Kaffee, Koks und Riesenpalmen

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Das beste Pulver in Kolumbien ist nicht weiß, sondern schwarz!

Können wir zwar nicht fair beurteilen, aber lassen wir mal so stehen, nachdem sogar Antje („Tee, sonst nix!“) dem Genuss einer köstlichen Tasse bestem kolumbianischen Kaffees nicht widerstehen konnte.

Fakt ist – Kolumbien ist auch nach der intensiven Bekämpfung der Drogenkartelle mit 900 (!!) Tonnen jährlich unangefochten an der Spitze der kokainproduzierenden Länder. Was den Kaffee-Export angeht, liegt das Land zwar mengenmäßig nur auf Platz drei, hinter Brasilien und Vietnam – geschmacklich aber, sagen die feinen Gaumen, ist der Hochlandkaffee allerdings nicht zu toppen.

Dieser Sache mussten wir unbedingt mal genauer auf den Grund gehen. 

Also auf in die Kaffee-Zone Kolumbiens, nach Salento!

Bei einer Weltreise verwandelt sich das Gehirn des Reisenden in einen überdimensionalen USB-Stick. Mit allem möglichen Zeugs wird er vollgeladen, bis nix mehr draufpasst auf die Festplatte. Dann wird vollautomatisch defragmentiert, was dazu führt, dass Erinnerungen nicht mehr da sind, wo sie früher einmal waren und man fängt an, Ortsnamen und Erlebnisse durcheinanderzubringen. Notlösung: Altes muss Neuem weichen. Zitat Antje: „War das Jardin oder Salento damals? Egal… ich kann mich eh an nix mehr erinnern…“ 😀

Ganz so schlimm ist es dann doch nicht – aber mit anderen Worten: Die Blogbeiträge, die jetzt kommen, sind kurz und knackig. Warum? Weil wir uns nur noch an die Highlights erinnern können! 😉

Also los – zurück zum Kaffee.

Hier die Anleitung zur weltbesten Tasse Kaffee zum Nachmachen in 11 Schritten:

  1. Geh ins Hochland von Kolumbien, irgendwo nördlich der Salsa-Hauptstadt Cali und klau dir auf der erstbesten Kaffeeplantage ein paar reife Arabica-Kaffeebohnen vom Strauch. 
  2. Leg dir ein Stück Land zu auf einer Höhe zwischen 1000 und 2000m und setz die frischgepflückten Bohnen aus. Die Region ist klimatisch ideal und bringt zwei Ernteperioden (März-Juni und September-Dezember). Schaut dann innerhalb kürzester Zeit so aus:
  3. Der gewachsene Kaffeestrauch liefert vom ersten bis zum elften Lebensjahr beste Bohnen. Der Ertrag geht danach kontinuierlich bis zum Lebensende (18 Jahre) zurück. Sei schlau und verjünge den Strauch rechtzeitig, indem du ihn auf einer Höhe von ca. 20cm köpfst und ihn neu austreiben lässt (siehe Bild oben, rechts von meiner Hand).
  4. Wenn du’s dir bei der Ernte leicht machen willst, schneide den Strauch im Alter von ca. drei Jahren auf Mannshöhe ab, damit die neuen Äste zur Seite wachsen.
  5. Ernte von Hand und nicht, wie in Brasilien üblich, maschinell, denn nur dann ist die Auslese und beste Qualität gewährleistet. Eine Maschine hat keine Ahnung, ob die Kaffeekirsche grün oder rot ist und räumt auch unreife Bohnen ab. 
  6. Mit der Presse musst du die Kaffeekirsche maschinell entfleischen. Das Fruchtfleisch ist reich an Nährstoffen und kommt auf den Kompost. 
  7. Die Bohnen (je zwei pro Kirsche) werden gewaschen und getrocknet. Dauert bei gutem Wetter und Hitze eine Woche, bei schlechtem Wetter bis zu zehn Wochen. 
  8. Die trockene Bohne musst du noch einmal durch die Schleuder drehen, um sie von der Haut zu befreien.
  9. Jetzt wird geröstet. Dauert ca. 20 Minuten. 
  10. Kaffee mahlen! 
  11. Es ist fast geschafft – das köstlich duftende, schwarz-braune Pulver musst du nur noch mit heißem Wasser aufgießen und genießen! Die beiden Wörter reimen sich nicht ohne Grund.

Das Procedere im bewegten Bild gibt es im Schnelldurchlauf auch HIER im Kolumbien-Video!

Woher wir das alles wissen? Weil’s uns der Sohn von Don Elias bei einer super interessanten Führung durch seine Kaffeeplantage erzählt hat. 😉

Antje hier mal in der ungewohnten Schüler-Pose:


Im Tal der Riesenpalmen

Mit mehr Koffein als Blut im Körper machten wir uns am nächsten Tag auf zu der zweiten Attraktion Salentos – den bis zu 60m hohen und damit höchsten Palmen der Welt, den Wachspalmen im Valle de Cocora – hoch oben im vulkanischen Nationalpark „Los Nevados“ gelegen. 

Die abwechslungsreiche Wanderung führte uns vorbei an den surreal hohen Palmen…

… über wacklige Hängebrücken hoch in den Hochgebirgsregenwald…

… vorbei an surrenden Kolibris…

… und wieder zurück ins bunte Salento – für die nächste Tasse Kaffee. 😉


Hat lange gedauert! Ich meine nicht das Schreiben, sondern die Zeit bis überhaupt mal wieder die Tasten angeschlagen wurden für den nächsten Beitrag! Wir haben uns nicht etwa vorgenommen, im neuen Jahr mehr zu Schreiben, sondern es liegt ganz einfach daran, dass ein Blogbeitrag nur dann zustande kommt, wenn man Zeit, Internet und Lust zu Schreiben hat. Fehlt davon eine Sache – gibt’s auch keinen Beitrag. 😉

Wir sind ja mittlerweile tatsächlich schon in Neuseeland angekommen, haben also auch schon Hawaii hinter uns gelassen. So richtig begriffen haben wir’s erst gestern. Da stehen wir hoch oben auf dem Berg an der regenumtosten Mueller’s Hütte, bekommen gerade gesagt, dass es keine Betten mehr für uns gibt und sehen draußen plötzlich Papageien! Papageien!! Was machen die bitte da oben im Hochgebirge direkt neben dem höchsten Berg Neuseelands, dem Mount Cook (Aoraki)?? 

Da wurde uns dann plötzlich klar, dass wir doch nicht in den österreichischen Alpen rumwandern (schaut nämlich ganz ähnlich aus), sondern irgendwo anders sein müssen…

… in NEUSEELAND !! F*** awesom!!!

Liebe Grüße vom von euch aus gesehen geografischen Ende der Welt!

Antje & Stephan 🙂

Ein Gedanke zu „Kaffee, Koks und Riesenpalmen

  1. eine Droge muss nicht unbedingt weiss sein! wie ich selbst am eigenen Leib erfahre, kann auch ein guter Kaffee süchtig machen !!! Ich glaube, die Tasse Kaffee, frisch von der Plantage, ist wieder eine ganz andere Dimension.
    Die Palmen sind bizarr ! Die Landschaftsbilder aus Neuseeland phantastisch! Geniest die Zeit, trotz des schlechten Wetters !!!

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