Viva México!

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Ins Land der Mayas – von San Cristóbal bis Mérida

Prächtige koloniale Städte, zugewachsene Ruinen im Dschungel, Höhlen mit azurblauem Wasser, türkisfarbene Karibik-Traumstrände. Verdammt gute Mischung! Dachten sich schon die Mayas, als sie sich hier in Yucatán, der karibischen Halbinsel im Süden Mexikos, niedergelassen haben – 1000 Jahre bevor Kolumbus um 1502 n.Chr. dachte, er hätte eine Abkürzung nach Indien entdeckt.

Im Gegensatz zu Kolumbus wussten wir natürlich ganz genau, wo wir uns befanden – nämlich nach unserer nervenaufreibenden Grenzüberschreitung immer noch in

San Cristóbal de las Casas

Typisch für das Stadtbild sind die bunten Kolonialhäuser, die imposanten Kirchen und natürlich, was in Mexiko nie fehlen darf: Tacos, Burritos und die lustigen Käfer. Teilweise liebevoll restauriert, teilweise aber auch bloß noch mit Panzerband zusammengeklebter Rost auf Rädern.

Bild oben: Fährt nicht – gibt’s nicht! Hat’s gerade nochmal so über den mexikanischen TÜV geschafft. Das einzige, was solide aussieht und den gesamten Wagen zusammenhält – das Nummernschild.

Bild unten: Auto umfunktioniert zum Straßenstand

Bild unten: Unser Grundnahrungsmittel: Rotwein… äh Guacamole!

Bild unten: unser Mittagssnack – geröstete Riesenheuschrecken. Wahlweise mit Knoblauch oder Chili/Limone. Bleiben gerne zwischen den Zähnen hängen, sollen aber angeblich das Nahrungsmittel der Zukunft werden. Na Mahlzeit!

Wir hatten für unsere Yucatan-Rundreise bis zu unserem nächsten Flughafen in Cancun gerade einmal zwei Wochen Zeit. Das reichte zumindest entspannt für die Highlights. Von San Cristobal aus machten wir uns per Bus auf den Weg runter vom Hochland, hinein ins grüne Flachland der Halbinsel. Heiß und feucht ist’s da unten. Den Mayas hat’s so gut gefallen, dass sie gleich eine ganze Stadt errichteten: Palenque. 

Auf dem Weg dorthin hat die Natur aber noch was zu bieten: Das große Badezimmer der Mayas, die

„Aguas Azules“ (Die blauen Wasser)

Viel schöner kann Wasser nicht den Berg hinunterfließen…

Aguas Azules erinnerte uns ein wenig an die Plitvicer-Seen in Kroatien, wo wir im Sommer auf unserer Alpenrundreise Zwischenstopp gemacht hatten. Nur dass bei der mexikanischen Variante beinahe überall gebadet werden darf und sich deutlich mehr Wasser den Berg hinabergießt.

Nach einem Sprung ins kühle Nass brachte uns der Minibus zur Endstation und gleichzeitig dem Finale unserer one-way-Ausfahrt – den dschungelumwucherten Ruinen der majestätischen Urzeitcity

Palenque – UNESCO-Weltkulturerbe

Wer sich – so wie wir – kurz vor einem Besuch dieser beeindruckenden Ruinen den großartigen Film „Apocalypto“ von Mel Gibson angeschaut hat, dem wird bei seiner Erkundungstour das ein oder andere Mal ein eiskalter Schauer den Buckel runterlaufen. HIER der Trailer zum Film! Wer nach dem Lesen des Blogbeitrages noch nix vor hat, kann sich auch gleich den ganzen Film reinziehen auf Youtube. 😉

 

Unvorstellbar, dass diese Mauern bereits seit mehr als 1500 Jahren existieren und ca. 90 % der ursprünglichen Anlage noch unter der grünen Hölle begraben sein soll. Einige der neuesten Ausgrabungen kann man im Dschungel bewundern:

Weiter ging die Yucatán-Durchquerung! Nächste Station:

Mérida, die kulturelle Hauptstadt Yucatáns

Leichte Anflüge von Heimweh konnten auf unterschiedliche Arten erfolgreich bekämpft werden. Bei Antje war’s der Anblick des Fiakers (Bild oben), bei mir der Besuch im „Bierhaus“ – mit einem vorzüglichen Bitburger und einer original Curry-Wurscht:

Ab dann wurde es unterirdisch… wir tauchten ab und ein in die Unterwelt der sogenannten Cenoten. Für die Mayas waren diese mystischen, von Grundwasser gespeisten Karst-Höhlen Zugänge ins Reich der Toten. 

Laut Raimund aus Wien: „…sind halt Löcher im Boden mit Wasser… kann man ruhig auslassen…“. Unser Fazit: Raimund – keine Ahnung in welche Pfütze du da gesprungen bist, aber uns hat’s einfach nur komplett umgehauen. 😀

Lassen wir die Bilder sprechen. 😉

Aber wie kommt man denn nun eigentlich lebendig in die Unterwelt? Ganz einfach – auf Schienen und mit vorgespanntem Gaul. Umweltfreundliche 1-PS Maultier-Lok quasi. 

Insgesamt drei ganz unterschiedliche, im Tieflanddschungel versteckte Cenoten sind per Do-it-yourself-Schienennetz miteinander verbunden und werden bei einer ca. dreistündigen Tour nacheinander abgeklappert. Gerade als wir uns noch fragten, ob man den gleichen Weg wieder zurück nimmt und wie das dann wohl mit dem Gegenverkehr eigentlich läuft, kam uns hinter der nächsten Kurve eine Maultierkutsche entgegen. Frontalkollision? Entgleisung? Tote und Verletzte? Nein! Die Draisine mit den meisten Passagieren hält an und muss von den Gleisen gehievt werden, damit die Entgegenkommende passieren kann. 😉

So kamen wir also nach einer abenteuerlichen, bandscheibenherausfordernden, 30minütigen Rumpelfahrt bei unserem ersten Stopp an.

Gleich das erste der „Löcher im Boden“ und gleichzeitig der erste Cenote unseres Lebens war in Sachen Farbenpracht die mit Abstand schönste Pfütze, die wir jemals zu Gesicht bekommen haben. Durch die natürliche Öffnung im Dach der Grotte gelangt man über eine Stahltreppe hinunter.

Die Farbe war dermaßen irre, dass Antje sogar vergaß die Wassertemperatur vor dem Flachköpper zu testen. Also rein in das endlos tiefe, magisch glitzernde Süßwasser.

In nassen Badesachen brachte uns unsere Maultier-Draisine zuverlässiger als die Deutsche Bahn zu Wasserloch #2.

Anders an diesem Cenote war der Zugang. Die Dachöffnung bestand aus einem kleinen, zentral gelegen Loch, durch das man nur in die Grotte hätte hineinspringen können, weshalb die Mexikaner einfach einen künstlichen, senkrechten Stollen seitlich in den Kalk trieben. Nix für Klaustrophobiker. Ganz der Gentleman warf ich Antje als erstes ins Loch. 😉 

Das Besondere war der spotlightähnliche Lichteinfall durch das Loch in der Höhlendecke, welcher die Stimmung schon fast übernatürlich machte!

Zu meiner persönlichen Freud am Rande konnte man auch ein wenig klettern. 😉

Als wir durch den Stollen wieder raufkraxelten und in unser Schienengefährt steigen wollten, zeigte einer der anderen Kutschenfahrer auf einen Baum mit einem unscheinbaren, kleinen Loch im felsigen Boden daneben: „Esta es un mirador… puedes bajar…“. Was? Da soll ich reinklettern? Aussichtspunkt wohin?? „Es muy bonito!“, wirft der Mann noch hinterher. Also gut… rein ins Loch:

Und tatsächlich… nach ca. eineinhalb Metern stehe ich auf einer Art natürlichem Balkon, krieche noch ein paar Meter zur Seite und befinde mich plötzlich in dem Deckengewölbe des Cenote, direkt 15 Meter über dem Wasserspiegel. Verrückter Anblick! Bekloppt genug von dort aus ins Wasser zu springen war ich aber nicht. 😉

Der Letzte unserer Cenotentrilogie war im Vergleich zu den beiden bisherigen in allen Belangen andersartig. Angefangen beim Höhlenzugang. Unser sympathischer Kutschenfahrer Gonzales (er hieß ziemlich sicher anders ;-( )sagte uns, dass große Bäume oft Indikatoren für darunter liegende, wasserführende Hohlräume im löchrigen Kalkgestein sein können. Bestes Beispiel – Cenote #3, bei der man buchstäblich durch den Baum in die Höhle hinunterkraxelte.

 

Der Cenote selbst war dann tatsächlich eher eine Tropfsteinhöhle, ohne natürliche Lichtquelle. Deshalb musste Gonzales erst einmal das installierte Licht anwerfen. Wie Höhlenforscher kamen wir uns vor beim Durchwandern der Grotte – nur mit Badebuxe/Bikini bekleidet statt Hightech-Overall. Machte sich aber gleich bezahlt unsre Arbeitskleidung, denn am Ende der Tour mussten wir dann doch noch ins glasklare Wasser, da führte kein Weg dran vorbei.

Auch an diesem ?VIDEO führt kein Weg dran vorbei, wenn du die Ruinen von Palenque, die Aguas Azules und Cenoten bewegt sehen willst! 😉


Im zweiten Mexiko-Teil und gleichzeitig letzten Lateinamerika-Beitrag gibt es nach der Jesus-Statue in Rio und Machu Picchu bereits das bis dahin dritte der „neuen sieben Weltwunder“ unserer Weltreise zu bestaunen:

Die Mayametropolen-Ruine Chichén Itzá

Nachdem wir ja mittlerweile mit offenem Mund zusammen mit Christine und Martin vor dem Taj Mahal in Indien standen und vor drei Jahren halb verdurstet kreuz und quer durch die Felsenstadt Petra in Jordanien gewandert sind, fehlen somit bloß noch die Chinesische Mauer und das Kolosseum in Rom (bei Antje). Heben wir uns aber für irgendwann mal auf! 😉


Langsam steigt die Vorfreude auf Afrika, wo Christine sich wieder zu uns gesellen wird ab Kenia. It’s the final Countdown…*sing* ??! 🙂

Damit wir dort nicht krank werden, haben wir uns in der Zwischenzeit mit allen möglichen, teilweise richtig hässlichen Wünsch-ich-keinem-Krankheiten angesteckt und diese wieder auskuriert. Antje hat’s dann gleich übertreiben wollen mit dem Abhärten und dachte sich „Dengue-Fieber nehm ich auch noch mit“. Gottseidank kann man darüber jetzt Witze machen, denn nach sieben Nächten (vier davon im spezialisierten Krankenhaus) und 40+ Fieber (sie hat geglüht wie ein atomarer Brennstab!) ist sie auf einem guten Weg, morgen/übermorgen vielleicht schon zurück ins Hotel zu dürfen und ist ab sofort immun gegen alles!!! 😉

Liebe Grüße aus Thailand 🙂

 

Ein Gedanke zu „Viva México!

  1. wie wir das von euch kennen: eindrucksvolle Bilder, sehr gelungener Erlebnisbericht !!!! noch ein Tip für dein nächstes Auto: VW Käfer aus Mexiko: unkaputtbar, wenig Technik, ausgereift und, was deinem arg gebeutelten Weltreisekonto zugute kommt: extrem günstig !!!!!!!!

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